
Es ist offiziell: Das Beginen Hausprojekt der Mitmach-Region Essen zieht in das Meisterhaus des Deilbachhammers – oder wie das Team schreibt, in ein „Meisterinnenhaus“.
Was nach einem klaren Erfolg klingt, ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses. Der Vertragsabschluss hat viel Kraft gekostet, wie das Team in einem aktuellen Beitrag auf ihrer Website schreibt. So viel, dass andere wichtige Schritte wie die Suche nach Mitbewohnerinnen verzögert wurden. Gleichzeitig ist die Zuversicht deutlich spürbar. Die Gruppe steht, die Wohnung ist schön, und die Herausforderungen gehören, wie so oft bei Wohnprojekten, einfach dazu.
Hier ein Auszug: “Die etwa siebzig Interessentinnen an Wohnprojekten, die wir im vergangenen Jahr beraten haben, haben uns streckenweise ratlos gemacht. Es gab Treffen unseres Zukunftsnetzwerks Wohnen, zum Beispiel in Hattingen, bei denen Häuser für Wohnprojekte angeboten wurden – und keine der Interessentinnen hat die Chance ergriffen und gesagt: „Das versuche ich.“
Wir fragen uns: Was brauchen Frauen, um mutiger zu werden und selbst Wohnprojekte zu gründen? Es kann doch nicht sein, dass viele darauf warten, dass andere beginnen. Wir sind überzeugt, dass es mehr Frauen braucht, die den Schritt wagen – unabhängig davon, ob daraus Beginenhöfe, Genossenschaften oder Projekte im Mietshäuser Syndikat entstehen.
Wir möchten dabei unterstützen und geben alles weiter, was wir über Wohnprojekte wissen – und das ist nach all den Jahren eine ganze Menge.
Mit dem Podcast teilen Anna, Stéphanie und Kathrin ihre Erfahrungen. Persönlich, konkret und aus der Praxis. Sie sprechen darüber, was ein Wohnprojekt eigentlich ist und warum es so viele unterschiedliche Vorstellungen davon gibt. Sie stellen verschiedene Wohnformen vor und helfen dabei, herauszufinden, welche zu den eigenen Bedürfnissen passen könnte. Später wird es ganz praktisch. Es geht um Rechtsformen, um Entscheidungen und darum, wie aus einer Idee ein tragfähiges Projekt wird.
Neben dem Podcast entstehen weitere Formate und Angebote, mit denen Wissen weitergegeben wird. Eine Veranstaltung zum Thema „Wie wollen wir wohnen?“ ist Anfang Mai 2026 auf großes Interesse gestoßen und war schnell ausgebucht. Und: Die Initiative war im Fernsehen bei der Lokalzeit Ruhr zum Thema Wohnprojekte und Engagement. Falls ihr möchtet, könnt ihr hier rein schauen: der Bericht beginnt mit Minute 17:52.

Daneben ist ein Handbuch entstanden. Wer kennt das nicht? Hungrig scrollt man durch Rezeptblogs, findet das perfekte Gericht – und stellt beim Blick in den Kühlschrank fest: Die Hälfte der Zutaten fehlt. Also: einkaufen, etwas anderes kochen oder mutig improvisieren?
Beim gemeinschaftlichen Wohnen geht es uns oft ähnlich. Seit Jahren begegnen wir Projekten, die Millionen für ihr gemeinsames Haus zusammengebracht haben, Gruppen, die um Immobilien kämpfen, und Konzepten, bei denen Gründen erstaunlich einfach klingt. Doch beim Blick auf die eigenen Möglichkeiten zeigt sich: Die Welt verändern braucht manchmal einen Schritt zurück, manchmal einen ganz anderen Fonds – und fast immer eine eigene Interpretation.
Unser Rezeptbuch soll Mut machen, gemeinschaftliches Wohnen nicht nach einem fertigen Rezept zu denken, sondern aus den Zutaten, die tatsächlich da sind- bei uns in Essen und anderswo.Ganz aktuell ist ein Handbuch zur Gründung von Wohnprojekten entstanden, welches ihr hier herrunterladen, lesen und weiterverbreiten könnt.
